Pressemeldungen

Georg Spalatin in Altenburg: Geheimdiplomat und Weggefährte Luthers

25.01.2017

Es gibt eine Unmenge an Bezeichnungen, die mit dem Namen Georg Spalatin verbunden sind: Theologe, Prinzenerzieher, Geheimsekretär, Historiograph, geistlicher Ratgeber und Seelsorger. Vor allem aber war er eines: ein enger Freund Martin Luthers. Georg Spalatin, engagiert am sächsischen Hof im Kollegiatstift auf dem Altenburger Schloss, agierte zwischen Luther und dem sächsischen Kurfürsten. Er ist maßgeblich an der Entschärfung von Konflikten beteiligt gewesen, er verhinderte Auseinandersetzungen und nahm Luther immer wieder in Schutz. Er selbst erkannte sein vermittelndes Wesen und beschrieb es mit den Worten: „Wenn ich nicht gewesen wäre, nimmer wäre es mit Luthero und seiner Lehr so weit kommen“.

Sonderausstellung im Residenzschloss

Die Sonderausstellung „Georg Spalatin – Martin Luthers Weggefährte in Altenburg“ gewährt bis zum 31. Oktober 2017 spannende Einblicke in die Persönlichkeit und das Wirken Spalatins. In acht Ausstellungsräumen zeigt das Residenzschloss weit mehr als 300 originale Exponate, die Leihgeber aus dem In-und Ausland zur Verfügung stellten. Zu den einzigartigen Ausstellungsstücken gehören neben der Bibel aus dem Besitz des Reformators auch die von ihm verfasste vierbändige Chronik der Sachsen und Thüringer. Von besonderer Bedeutung ist jener Briefwechsel zwischen Luther und Spalatin, in dem es um die Übersetzung des Johannesevangeliums geht. Außerdem ist es gelungen, anhand eines 1545 verfassten Inventars Luthers Haus, dessen Einrichtung und Ausstattung zu rekonstruieren. Virtuell können sich Besucher so von der Ehefrau Katharina Spalatin durch die nachgebildeten Räume führen lassen.

Spalatin wichtigster Weggefährte

Dass Luther als großer Reformator in die Geschichte einging, ist zu einem nicht unbeträchtlichen Teil der Verdienst Spalatins gewesen. 1521 veranlasste er im Anschluss an den Reichstag in Worms, wo Luther sich und seine Schriften verteidigt hatte, dessen Entführung auf die Wartburg – natürlich in streng geheimer Mission. Damit wollte er Luther in Sicherheit wissen und hielt während des gesamten Aufenthaltes die Verbindung zu ihm aufrecht. Gemeinsam mit Luther und Melanchthon setzte sich Spalatin für die Universitätsreform in Wittenberg ein. Zudem förderte er als Übersetzer der Schriften von Luther, Melanchthon und eigener Werke die evangelische Lehre. Als Pfarrer und später als Superintendent gilt sein Wirken ausschließlich dem neuen Glauben und der unermüdlichen Umsetzung und Verbreitung der Reformation.

 

Bartholomäi- Kirche mit Dauerausstellung zu Spalatin

Bis zu seinem Tod lebte Spalatin in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadtkirche St. Bartholomäi, in der Luther mehrmals predigte. Eine Dauerausstellung unter dem Titel "Georg Spalatin – Glauben und Freiheit. Reformation ist Politik.“ schlägt eine Brücke zwischen der Reformationsgeschichte und den bis heute diskutierten Inhalten von Reformatoren. Die Kirche selbst ist dabei multifunktional: Sie ist spiritueller Ort für Gläubige und die Gemeinde, theologischer Lernort, historisches Kulturdenkmal und zugleich ein Ort der Begegnung und Diskussion. Fragen der Reformation werden in unsere Zeit transportiert und laden zum Nachdenken ein. Als älteste Stadtkirche Altenburgs bietet das Gotteshaus eine große architektonische Spanne von der romanischen Krypta zur gotischen Hallenkirche, über den barocken Turm bis hin zu einer neogotischen Ausstattung.

Multimedialer Spalatinpfad durch die Stadt

Dass Geschichte keineswegs verstaubt sein muss, beweist der neue multimediale Spalatinpfad: Er verbindet fünf Altenburger Bauwerke, die einen engen Bezug zur Reformation haben. Die unmittelbaren Auswirkungen der Reformation werden in einem Kurzfilm durch Personen der Zeitgeschichte erzählt. So schildern Probst Benedikt Bischoff an den Roten Spitzen, der Baumeister Nikolaus Grohmann im Rathaus, der Franziskanermönch Veit Pampel an der Brüderkirche, der Kurfürst Friedrich der Weise im Residenzschloss und der Reformator Georg Spalatin in der St. Bartholomäikirche die Reformation aus ihrer ganz persönlichen Sicht. Ein computersimulierter, historischer Stadtplan zeigt die Lage des Gebäudes und erleichtert gleichzeitig die Orientierung auf dem Weg durch die Stadt. Eine eigens dafür eingerichtete App zeigt alle wichtigen Informationen per Smartphone.

Altenburg ist außerdem Drehkreuz der thüringischen, sächsischen und sächsisch-anhaltinischen Lutherwege. So beherbergt die Brüderkirche in Altenburg ein Pilger- und Informationszentrum und gibt Auskunft zu verschiedenen Tagestouren, auf denen sich die Spuren Luthers und seiner Weggefährten entdecken lassen. Eine Etappe führt beispielsweise von Altenburg zur historischen Bischofstadt Zeitz, eine andere durch den Leinawald zur Burg Gnandstein – Spalatin und Luther hielten immer engen Kontakt zur Familie von Einsiedel auf Burg Gnandstein.

Weitere Details zum Reformationsjubiläum, zur Spalatinstadt Altenburg und zum Lutherwegenetz sind bei der Tourist Information Thüringen unter der Hotline 0361-37420 oder im Internet unter www.thueringen-entdecken.de und www.lutherland-thueringen.de erhältlich.

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Kerstin Neumann

Kerstin Neumann
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Thüringer Tourismus GmbH
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