Pressemeldungen

Luthers ungeliebte Brüder: Auf Luthers Spuren in Mühlhausen und Bad Frankenhausen

25.01.2017

In früheren Zeiten als „Erzketzernest“ verschrien, ist Mühlhausen heute eines der wichtigen Zentren des Reformationsjubiläums in Thüringen. Zwar setzte Luther niemals einen Fuß in die Stadt – im Gegenteil, er vermied es tunlichst sie zu bereisen, und dennoch ist Mühlhausen eng mit der Reformationsgeschichte verbunden: Der Theologe Thomas Müntzer, anfangs von Luther unterstützt und gefördert, war ein absoluter Anhänger der Reformation. Allerdings versuchte er die gesellschaftlichen Veränderungen mit Gewalt umzusetzen, was Luther ganz und gar missfiel. In seinen berühmten Tischreden blieben die „ungeliebten Brüder“ nicht verschont. Er mahnte mehrfach zum Gewaltverzicht, jedoch ohne Erfolg – die Dinge nahmen ihren Lauf und es endete schließlich im Bauernkrieg.

Ausstellung im Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche

Unter dem Titel „Luthers unbeliebte Brüder“ präsentiert das Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche noch bis 31. Oktober 2017 eine Ausstellung über Verlauf, Höhepunkte und Nachwirkungen des Bauernkrieges. Beleuchtet werden die frühen Mitstreiter Luthers, die bisher eher im Schatten des großen Reformators standen: Zu ihnen zählt Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt, der gegen die Heiligenbilder in den Kirchen und Klöstern predigte und der Eisenacher Reformator Jakob Strauß, der mit einigem Erfolg Zins und Wucher bekämpfte. Gezeigt werden außerdem die Gebeine des wegen seines Glaubens jahrelang auf der Wartburg eingesperrten Täufers Fritz Erbe, die 2006 in Eisenach gefunden wurden und nun in einer nachgestellten Grabungsszene dessen außergewöhnliche Bestattung demonstrieren. Ein weiterer Unterstützer an der Seite Müntzers: Heinrich Pfeiffer. Gemeinsam zettelten sie innerstädtische Aufstände an und zogen mit zahlreichen Anhängern nach Frankenhausen, um mit anderen Thüringern gegen die fürstlichen Heere zu kämpfen.
Gleich mehrere Orte geben in Mühlhausen Aufschluss über den hitzköpfigen Rebell Thomas Müntzer: Im hiesigen Rathaus führte er die 16 Mitglieder des "Ewigen Rates" in ihr "Amt" ein, in der Kirche St. Marien, heute Müntzer-Gedenkstätte, predigte er einst als Pfarrer. Bei einer öffentlichen Altstadtführung (18., 20. und 21. Mai 2017, jeweils 11 Uhr) lassen sich alle jene und weitere Schauplätze der Reformation bei einem Stadtrundgang entdecken.

Lutherweg führt ebenfalls durch Mühlhausen

Für Wanderbegeisterte empfiehlt sich eine Tour auf dem Lutherweg: Ab Mühlhausen hat man die Wahl zwischen zwei verschiedene Routen: Ein über 18 Kilometer langer Rundweg führt auf den Spuren Müntzers von Mühlhausen hinaus in den Stadtwald und zurück. Etwas mehr Zeit sollte man für die Lutherwegs-Etappe von Mühlhausen bis Craula einplanen.

Die Tagestour führt zunächst nach Oberdorla zur Stiftskirche Sankt Peter und Paul. Die nächsten Stationen sind die Orte Langula, Kammerforst und Craula. Von hier aus lohnt sich ein Abstecher zum Baumkronenpfad und zur Wurzelhöhle am Nationalparkzentrum Thiemsburg im UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich. Übrigens: Das digitale Wegenetz des Lutherwegs in Thüringen gibt es als praktische Navigations-App „Luther to go“. Außer Informationen zu Wegeverläufen, Schwierigkeitsgraden und Höhenprofil der einzelnen Etappen erhält man spannende Tipps zu Themen wie „Luther und Thomas Müntzer“, „Luther, Bach und die Bibel“ oder „Wunder der Heilung – Die innere Stimme hören“.

Einzigartiges Monumentalgemälde in Bad Frankenhausen

Wer einmal in der Region unterwegs ist, sollte sich ein Besuch des Panorama Museums in Bad Frankenhausen nicht entgehen lassen. Oberhalb der Stadt wurde ein imposantes Gebäude für nur ein einzigartiges Monumentalgemälde errichtet. Von 1983 bis 1987 arbeitete hier der Leipziger Maler Werner Tübke an einer Darstellung über die Grundthemen der Menschheit: Geschichte und Glaube, Lust und Leid, Gut und Böse. Das „Theatrum mundi“ zeigt auf 123 Metern Länge und 14 Metern Höhe vielfältigste Szenen der frühbürgerlichen Revolution in Deutschland in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Seinen Platz erhielt das Panorama Museum nicht ohne Grund auf dem Berg: Im Jahr 1525 fand genau hier die letzte Entscheidungsschlacht des mitteldeutschen Bauernkrieges statt, die in einem Blutbad für die Aufständischen endete. Von April bis Oktober beginnen zu jeder vollen Stunde zwischen 10 und 16 Uhr öffentliche Führungen, von November bis März nur an Wochenenden und Feiertagen.

Speisen wie zu Luthers Zeiten

Nach einem erlebnisreichen Tag auf den Spuren der Reformation bieten zünftige Mühlhäuser Lokale einen besonderen Gaumenschmaus an: Schlemmen wie zu Müntzers Zeiten. Das Restaurant Zum Postkeller bietet „Ratsmeysters Spezereyen“ an, im Brauhaus Zum Löwen gibt es „Eyn herrschaftlich Speis“ und im Wirtshaus „Zum ewigen Rath“ heißt man Gäste mit dem Menü „So speiset der Rath anno dunnemals“ willkommen.
Weitere Informationen und buchbare Reisearrangements sind bei der Tourist Information Thüringen unter der Hotline 0361-37420 oder im Internet unter www.thueringen-entdecken.de und www.lutherland-thueringen.de erhältlich.

Ihr Ansprechpartner

Kerstin Neumann

Kerstin Neumann
Presse-/ Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Tourismus GmbH
Postfach 900407
99107 Erfurt

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