Pilgerwege in Thüringen

Der Weg ist das Ziel

Ob religiös motiviertes Pilgern, spirituelles Wandern oder eine Tour zu bedeutenden Klöstern und Kirchen aus kulturellem Interesse heraus: Thüringen bietet ein umfassendes Netz an Pilgerwegen zu unterschiedlichsten Themen an.

Via Romea, Via Imperii, Via Regia, Weg der starken Frauen, Pilgerweg Loccum-Volkenroda, Lutherweg als Teil der Europäischen Kulturroute “Routes of Reformation – sie alle führen durch beeindruckende Thüringer Landschaften und zu imposanten Sakralbauten. 

Pilgern auf dem „Weg der starken Frauen“  

Auf dem „Weg der starken Frauen“ begegnen Pilger den Spuren der heiligen Elisabeth, der heiligen Walburga sowie der seligen Paulina. Jenen kirchengeschichtlich herausragenden Persönlichkeiten ist dieser Weg gewidmet, um sich ihrem barmherzigen Wirken und ihren sozialen Errungenschaften zu erinnern. Markiert im Zeichen der Jakobsmuschel, beginnt der rund 55 Kilometer lange Pilgerweg am Wahrzeichen Erfurts: am Sankt Mariendom. Von hier aus führt der Weg immer in Richtung Süden, hinaus aus der Stadt und hinein in die ländliche Idylle. Der gemächlich dahinfließenden Gera folgend, pilgert man weiter bis nach Arnstadt, dem ältesten Ort Thüringens. Hier bietet sich ein Abstecher zur Ausgrabungsstätte Walpurgiskloster an. Der Abschnitt von Arnstadt bis Paulinzella ist geprägt von malerischen Dörfern, eingebettet in Wiesen und Felder, bevor es durch eine herrliche Waldlandschaft hinab ins Rottenbachtal geht: Der Anblick der sagenumwobenen Klosterruine erinnert an ein schottisch-irisches Postkartenmotiv und ist zugleich krönender Abschluss dieser dreitägigen Pilgertour. 

Unterwegs auf der historischen Via Regia 

Der Ökumenische Pilgerweg orientiert sich am historischen Verlauf der Via Regia und knüpft an die Geschichte der Jakobspilger vergangener Jahrhunderte an. Er führt auf rund 450 Kilometern Länge, im sächsischen Görlitz beginnend, bis ins südthüringische Vacha im Werratal. Dabei gelangt man durch das mittelalterliche Erfurt sowie durch die kulturhistorisch bedeutenden Städte Gotha und Eisenach. Die Herbergen stehen in gut erreichbaren Abständen entlang des Weges, sind ganzjährig offen und bieten einfache Nachtlager für Pilger. Der Ökumenische Pilgerweg entlang der Via Regia bildet die wichtigste Ost-West-Verbindung innerhalb des europäischen Wegenetzes nach Santiago de Compostela.

Pilgernd durch Nordhausen, Gotha, Schmalkalden, Meiningen und Altenburg 

Ebenfalls ein beliebter Pilgerweg: die Via Romea, auch Romweg genannt. In Thüringen führt er durch die Städte Nordhausen, Gotha, Schmalkalden und Meiningen. Zu verdanken ist der Wegverlauf dem Abt Albert von Stade. Er begab sich 1236 zu Fuß vom Norden Deutschlands bis in die „Ewige Stadt“ und hinterließ die erste Wegbeschreibung inklusive Teilstrecken und Rastplätzen. Die Via Imperii hingegen verläuft entlang einer der bekanntesten alten Fernhandelsstraßen. Schon im Mittelalter waren Pilger auf der Via Imperii unterwegs, um nach Jerusalem, Rom oder Santiago de Compostela zu gelangen. Sie führt durch das Altenburger Land und in die über tausend Jahre alte ehemalige Residenzstadt Altenburg mit Schloss, Bartholomäikirche und der Altenburger Brüderkirche. 

Pilgerweg Loccum-Volkenroda 

Der Pilgerweg Loccum-Volkenroda verbindet auf rund 300 Kilometern die ehemaligen Zisterzienserklöster Loccum in Niedersachsen und Volkenroda in Thüringen. Entlang des Weges finden sich zahlreiche Klöster bzw. Klosterruinen, überwiegend auch Zisterziensischen Ursprungs. Darüber hinaus wird die ehemalige innerdeutsche Grenze überquert. So wird auch das Glück der friedlichen Revolution von 1989 erfahrbar. 

Lutherweg als Teil der Routes of Reformation

Zudem steht in Thüringen ein ganzes Geflecht des bestens markierten Lutherweges zur Verfügung, um Wirkungsstätten und geschichtsträchtige Schauplätze der Reformation kennenzulernen. Darunter befinden sich vor allem Orte, die eng mit dem Namen Martin Luther verbunden sind: Eisenach und die Wartburg, Erfurt und das Augustinerkloster sowie weitere Stationen in Schmalkalden, Nordhausen, Altenburg, Jena und Weimar. Viele dieser Stätten sind bereits Stationen der Routes of Reformation. Diese Route weist aber auch über das Wirken Martin Luthers hinaus z. B. mit der Täufergedenkstätte in Reinhardsbrunn oder den Wirkungsstätten Thomas Müntzers in Mühlhausen. Letztlich machen die Stationen dieser Route den über 200 Jahre andauernden Prozess der Reformation in Europa anschaulich und erlebbar. Mehr Informationen auf www.reformationroutes.eu

Unterwegs mit der App

Besonders hilfreich für unterwegs: die App „Luther to go“. Hier findet man alle wichtigen Details wie Wegbeschreibungen, Höhenprofile, Unterkünfte, sehenswerten Lutherstätten in digitaler Form fürs Smartphone oder Tablet.

Ausführliche Informationen zu Pilgerwegen in Thüringen sind bei der Tourist Information Thüringen unter der Hotline 0361-37420 oder im Internet unter www.thueringen-entdecken.de  und www.lutherland-thueringen.de erhältlich.

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