UNESCO Welterbe in Thüringen

Thüringens Welterbeschätze entdecken

Mit vier Eintragungen in die Welterbeliste zählt Thüringen zu den führenden UNESCO Bundesländern deutschlandweit! Beeindruckende Kulturgüter und imposante Naturschönheiten – das versprechen die UNESCO Welterbestätten in Thüringen, zu denen die Wartburg in Eisenach zählt, das Ensemble „Klassisches Weimar“, die Weimarer Bauhausstätten und der Nationalpark Hainich.

Darüber hinaus bieten die UNESCO-Biosphärenreservate „Thüringer Wald“ und „Rhön“ außergewöhnliche Urlaubserlebnisse. Sie sind zwei von 15 Modellregionen in Deutschland, die als Lernorte für nachhaltige Entwicklung die Vielfalt der Lebensräume, der Fauna und Flora repräsentieren.

Fast tausendjährige Geschichte: UNESCO Weltkulturerbe Wartburg

Als erste deutsche Burg wurde sie in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Wartburg, das Wahrzeichen der Thüringer Stadt Eisenach, wurde über Jahrhunderte geprägt von weltweit bedeutenden Ereignissen und Persönlichkeiten. Namen wie Walther von der Vogelweide, die Heilige Elisabeth von Thüringen, Richard Wagner und Johann Wolfgang von Goethe trugen zu ihrer monumentalen historischen Bedeutung bei. Sie gehört zu den am besten erhaltenen Profanbauten der Spätromanik nördlich der Alpen und war unter anderem Vorbild für das romantische Schloss Neuschwanstein in Bayern. Ein universelles Ereignis ist zweifelsohne der Aufenthalt Martin Luthers: Im ausgehenden 16. Jahrhundert fand der geächtete Reformator Zuflucht hinter den Burgmauern und begann mit der Übertragung des Neuen Testaments aus der griechischen Urfassung ins Deutsche. Die Lutherstube, authentische Wohn- und Arbeitsstätte des Reformators, ist seither Ziel unzähliger Pilger. Sie gilt als Keimzelle der deutschen Schriftsprache. Auch heute ist die Wartburg voller Leben: Die einzigartige Akustik des Festsaals beeindruckt Musikliebhaber aus aller Welt. Die Aufführungen der Wagner-Oper “Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg” sind legendär – schließlich erlebt man diese romantische Oper am authentischen Ort. Auch für das größte Musikfestival Mitteldeutschlands – den MDR Musiksommer – ist die Wartburg traditionsreiche Spielstätte. Ein Aufstieg zu Fuß, oder für die Kleinen auf dem Rücken eines Esels, wird zudem belohnt mit grandiosen Ausblicken ins Thüringer Umland. Und wer an den Adventswochenenden den Weg auf den Burgberg findet, kommt in den Genuss des historischen Weihnachtsmarktes, der fast vergessene Handwerkskünste präsentiert: Kerzenzieher, Gewandmeisterinnen, Laternenbauer, Seifensieder, Steinmetze, Kräuterfrauen, Zinngießer und fahrende Händler bieten ihre Waren feil. 

13 Objekte gehören in Weimar dazu - UNESCO Weltkulturerbe Das Klassische Weimar 

Nur zirka 50 Autobahnkilometer entfernt, in Weimar, sind gleichfalls auf engstem Raum spannende Begegnungen mit der literarischen Klassik möglich. Wer in die Kulturstadt Weimar reist, spürt auch heute noch den Geist der berühmten Dichtergarde: Johann Wolfgang von Goethe, Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder und Friedrich Schiller ist es zu verdanken, dass die einstige Residenzstadt zum Geisteszentrum des späten 18. und frühen 19. Jahrhundert avancierte. In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek können originale Handschriften und Bücher jener klassischen Meister bestaunt werden. Eines der wichtigsten Zeugnisse der Weimarer Klassik ist das Goethehaus: 50 Jahre lang bewohnte Johann Wolfgang von Goethe das im barocken Stil erbaute Haus am Frauenplan. Besucher erleben einen Einblick in die repräsentativen Wohnräume, die Sammlungszimmer sowie die Arbeits- und Schlafräume des Dichters. Nur einen Steinwurf entfernt zeugt das Schillerhaus von den letzten drei Lebensjahren Friedrich Schillers, die er in Weimar verbrachte. Hier vollendete der Dichter seine Dramen “Die Braut von Messina“ und “Wilhelm Tell”. Wer das umfassende UNESCO Weltkulturerbe „Klassisches Weimar“ kennenlernen möchte, dem seien die weiteren bedeutsamen Stätten empfohlen, zu denen unter anderem das Stadtschloss, das Wittumspalais, die Wirkungsorte Herders und der Park an der Ilm zählen. Ob bequem während der preisgekrönten Stadtrundfahrt im „Belvedere-Express“, auf historische Weise in einer Pferdekutsche, oder zu Fuß auf den romantischen Wegen durch die Parkanlagen.

Weltkulturerbe Bauhausstätten in Weimar  

Gleich zwei UNESCO Welterbestätten befinden sich in der Stadt an der Ilm. Abgesehen vom Klassischen Weimar ist dieser Ort auch Sinnbild für revolutionäre Ideen in der Gestaltung und Architektur. – Das Bauhaus gilt noch heute als Vorreiter der Klassischen Moderne auf sämtlichen Gebieten der freien und angewandten Kunst. Kern der Weimarer Bauhausstätten ist, ganz klar, der Gründungsort, das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar. Hier packte Walter Gropius im Frühjahr 1919 die Gelegenheit beim Schopfe und gab der Kunstschule den Namen „Staatliches Bauhaus in Weimar“. Er schaffte es, internationale Avantgardekünstler wie Lyonel Feininger, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer oder László Moholy-Nagy nach Thüringen zu holen und der Kunsthochschule Ansehen zu verleihen. 
Bauhausfans sollten unbedingt einen Bauhausspaziergang der Bauhaus- Universität mitmachen. Studenten zeigen ihre Universität mit original erhaltenen Treppenhäusern, Wandbildern und dem Gropiuszimmer. Seit 2019 hat Weimar zudem ein neues Kulturquartier: Dicht nebeneinander können Besucher das neu errichtete, auch architektonisch außergewöhnliche Bauhaus Museum Weimar besuchen – und das ebenfalls umgestaltete Neue Museum Weimar. Während das Bauhaus Museum Weimar Schätze der ältesten Bauhaussammlung präsentiert, widmet sich das Neue Museum der Kunst der frühen Moderne.

Urwald mitten in Deutschland - Weltnaturerbe Nationalpark Hainich 

Ein Urwald inmitten Deutschlands – das ist der Nationalpark Hainich als Teil des UNESCO Weltnaturerbes "Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands". Zu den größten Attraktionen gehört zweifelsohne die extrem selten gewordene Wildkatze. Wer aufmerksam lauscht, still beobachtet und eine gehörige Portion Geduld mitbringt, hat vielleicht die Chance ein Exemplar dieser scheuen Waldbewohner zu entdecken. Etwa 30 Wildkatzen leben derzeit im Nationalpark. Wer es in der freien Natur nicht schafft, kann im Wildkatzendorf in Hütscheroda einige Wildkatzen auch ganz nah sehen. Beeindruckend ist zudem das Vorkommen an Waldfledermäusen, verschiedenen Spechtarten und seltenen Frühlingsblühern. So dichte Buchenwälder gibt es nur in Europa und nirgendwo sonst in der Welt.  
Am besten entdeckt man den Nationalpark auf den zahlreichen Wanderwegen, die insgesamt über 100 Kilometer Länge haben. Bei einer Tour mit dem Ranger erfährt man zudem viel Wissenswertes über die besonderen Bäume oder die seltenen Tierarten im Nationalpark. An den Wochenenden sowie an Feiertagen werden von Mai bis Oktober geführte Wanderungen angeboten. Es gibt weder eine Mindestteilnehmerzahl, noch ist eine Voranmeldung erforderlich. 
Grandiose Ausblicke über den gesamten Nationalpark können Besucher vom Baumkronenpfad aus genießen: Auf über 500 Metern schlängelt sich der Pfad durch die Baumwipfel. Und wer einen ganz anderen Eindruck vom Nationalpark Hainich erhaschen möchte, kann dies beim Yoga oder beim Höhengenuss auf dem Baumkronenpfad. Bei einer Übernachtung im Urwald- Life- Camp ist man zudem gleich mitten im Nationalpark.

Bewerbung Erfurts um UNESCO-Welterbetitel läuft 

In der in großen Teilen intakten mittelalterlichen Altstadt von Erfurt haben sich einmalige bauliche Zeugnisse der bedeutenden jüdischen Gemeinde aus der Zeit zwischen dem ausgehenden 11. und der Mitte des 14. Jahrhunderts erhalten. Ergänzt und aufgewertet werden die Bauzeugnisse durch eine weltweit einzigartige Fülle von Exponaten die gemeinsam Aufschluss über das jüdische Gemeinde- und Alltagsleben sowie die Koexistenz von Juden und Christen in mittelalterlichen Städten bieten – in einer Komplexität, die mit keiner bekannten Stätte vergleichbar ist. Aus diesem Grund bewirbt sich die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt für ihr jüdisches Erbe des Mittelalters um den Titel "UNESCO-Welterbe". 

Mehr Informationen zum Reiseland Thüringen gibt’s bei der Thüringer Tourismus GmbH unter der Rufnummer +49 (0) 361-37420, per Email an service@thueringen-entdecken.de und unter www.thueringen-entdecken.de

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